Was ist mit Respekt? – What about respect?

Als ich klein war, lehrten mich meine Eltern Respekt. Respekt vor meinen Eltern, vor den Großeltern, vor dem Besitz anderer Menschen, vor gefährlichen Situationen und auch vor der Natur. So habe ich schon als Zweijährige Blumen in der Hocke an ihrem Platz beschnuppert, statt sie abzureißen und daheim in eine Vase zu stellen. Auch versuche ich – trotz allen Fortschritts und allen vereinfachenden Wohlstandes – meine Umwelt zu schonen, soweit es mir möglich ist.

Besonders freue ich mich, wenn ich den Grünspecht in der Nachbarschaft am Apfelbaum beobachten kann, oder wenn ein Schwarm Kraniche lautstark am Himmel seine Bahnen zieht. Das finde ich aufregend.

Noch aufregender finde ich es, wenn ich die Möglichkeit habe, in der Heimat meines Mannes Tiere zu beobachten, die es hier vielleicht in einem Zoo oder überhaupt nicht zu sehen gibt. Grüne Leguane sind – neben Eidechsen im allgemeinen – meine Lieblinge. Und bei den Fliegenden habe ich mich in den Nationalvogel von Trinidad und Tobago, den Scharlachroten Ibis, verliebt.

Vor ein paar Jahren sind wir auf Trinidad bei der Familie gewesen und hatten die Gelegenheit, den Point-a-Pierre Wildfowl Trust (die Wildvogel-Stifung in Point-a-Pierre, einem Ort auf Trinidad) zu besuchen. Das Umweltprogramm dort wird übrigens von der Deutschen Botschaft mitfinanziert, wie uns berichtet wurde. Ich war überwältigt von der Schönheit und der Farbenpracht der dort lebenden Vögel. Wir durften mit der jungen Dame, die dort Führungen macht, gute zwei Stunden durch das Gelände streifen und neben der karibischen Vegetation auch die schönsten Wildvögel, die dort geschützt leben und vor der Ausrottung bewahrt werden sollen, bewundern. Aras (Papageien) werden dort zur Auswilderung gezüchtet. Der Scharlachrote Ibis wird vor Jagdgesellschaften geschützt. Ähnlich wie bei der Großwildjagd, wird auch hier von einigen Personen eine horrende Summe gezahlt, damit sie einen der mittlerweile wenigen Ibisse abschießen und dann verspeisen können. (Rein nüchtern betrachtet ist an dem Ibis nicht mal mehr dran als an einem mageren Hühnchen.) Außerdem gibt es seltene Enten, Watvögel und ganz viele kleine Vögel, wie Finken in allen Farben.

In der letzten Woche ist dann das passiert, was mich zum Schreiben dieses Beitrages bewegt hat:

2 Einbrüche im Wildfowl Trust an einem Tag!

Beim ersten wurden 4 Pfauen – 2 Hennen, eine davon im sehr seltenen weißen Gefieder (bei unserem Besuch habe ich eine gesehen, sie war einfach wunderschön) – und 2 Hähne gestohlen. Ihre Voliere wurde aufgebrochen und alle 4 Vögel wurden entwendet.

Beim zweiten Einbruch wurden 49 Tiere sehr gefährdeter Arten entwendet, u. a. Whistling Ducks, von denen es nur noch ganz wenige gibt. Küken und der Inkubator wurden auch nicht verschont.

Passiert ist das alles am Welt-Umwelt-Tag. Leider können die Mitarbeiter nicht immer überall sein und so konnten die Diebe ihr Werk tun.

Hier kommt nun die Frage nach dem Respekt ins Spiel. Die Diebe kennen wohl keinerlei Respekt. Respekt vor dem Eigentum anderer (Voliere ist zerstört, Inkubator ist weg), vor den Menschen, die sich dem Schutz der gefährdeten und zum großen Teil nur auf der Insel beheimateten Wildvögel verschrieben haben, und vor der Natur – den Vögeln selbst.

Ich bin sehr traurig darüber, dass so etwas passiert. Die Gründe für solche Aktionen sind sicher vielfältig. So könnte ich mir vorstellen, dass einer dieser Pfauen jede Menge Geld einbringen könnte, denn es gibt sicher Leute, die dafür zahlen. Die haben ebenso wenig Respekt, wie die Diebe.

Ich wünsche mir sehr, dass die Diebe und die Anstifter dingfest gemacht werden können und vor allem die Tiere wieder sicher in ihren Trust zurückkommen.

In der Zwischenzeit habe ich keinerlei Respekt vor denen, die meinen, das Recht zu haben, sich einfach zu bedienen.

Mein großer Respekt gilt all denen, die bei der Suche nach den gestohlenen Vögeln helfen und bei denen, die nicht aufgeben werden, den Wildfowl Trust wieder zu füllen und zu beschützen.

Ich wünsche mir auch, dass ich beim nächsten Besuch auf der Insel das Vogelgebiet wieder besuchen und bewundern darf.

Vor allem anderen sollten wir nie vergessen: Behandle den Anderen mit Respekt, denn dann wird auch er dich mit Respekt behandeln.

Du willst Respekt? Dann weißt du ja, was zu tun ist.

Bis bald!

When I was little, my parents taught me respect. Respect for my parents, my grandparents, for the belongings of others, for dangerous situations and also respect for nature. So even as a two-year-old I would sniff at flowers in a sqatting position right where the flower grew instead of picking them and putting them in a vase at home. Moreover I try – despite all advancement and all the simplifying wealth – to treat the environment with care, as much as I am able to.

I am especially happy when I can watch the green woodpecker at the apple tree in the neighborhood, or when a swarm of cranes loudly crosses the sky above. I find that exciting.

Even more exciting for me is to get the opportunity to watch the animals in my husband’s home country. Animals you here can probably see in a zoo, if at all. Green iguanas are – with lizards in general – my favorites. And concerning the flying, I am in love with the national bird of Trinidad and Tobago: the Scarlet Ibis.

A few years ago we visited the family in Trinidad and had the opportunity to visit the Point-a-Pierre Wildfowl Trust. The environmental program btw is funded by the German Embassy, as we were told. I was overwhelmed by the beauty and the blaze of color of the local birds. We were allowed to stroll around the area for about two hours with the young tour guide and we could marvel at not only the Caribbean vegetation but also the most beautiful wild fowl that live there to be safe and saved from extinction. Macaws are bred there to be released into the wild. The Scarlet Ibis is protected from hunting parties. Similar to big game hunters, some people will pay immense amounts of money to just shoot an Ibis and then eat it. (In fact, such an Ibis doesn’t have any more meat that a skinny chicken.) Moreover there are rare ducks, wading birds and many many small birds like finches in all colors.

Last week the incident happened which made me write this post:

2 intrusions at the Wildfowl Trust in one day!

At the first one 2 peahens (one of them a very rare white bird – I saw one at my visit and it was really beautiful) and 2 peacocks were stolen. Their aviary was broken open and all 4 birds were taken.

At the second intrusion 49 birds of very endangered species were stolen, among them several Whistling Ducks which are really rare. Ducklings and the large incubator were not spared either.

All this happened at the World Environment Day. Unfortunately the people who work at the Trust cannot be everywhere all the time and so the thieves could do their work.

Here comes the question about respect into play. The thieves seem to not know respect at all. Respect for the belongings of others (the aviary is destroyed, the incubator gone), for the people who have made it their goal to protect the endangered birds that for a big part are local birds of the island, and respect for nature – the birds themselves.

I am very sad that this kind of thing happened. Reasons for such actions are certainly numerous. So I can imagine that one of those peacocks will bring a pretty high amount of money for there surely are people who are willing to pay. They have just as little respect as the thieves.

I wish for the thieves and the instigators to get caught and that the birds return to the Trust safely.

In the meantime I don’t have any respect for those people who think they have the right to just help themselves to anything they want.

My biggest respect for all those who help searching for the stolen birds and for those who refuse to give up their work for the Wildfowl Trust, to refill and to protect it.

I also wish that I will be able to visit the trust at my next trip to the island.

Above all things we should never forget this: treat others with respect, then they will treat you with respect too.

You want someone’s respect? You know what to do.

See you soon!

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